Die Geschichte der Siegerlandkaserne

Kaserne

Erstellt am : 14.03.2010 

Pressestimmen:

Mit Genehmigung der Westfalenpostredaktion:


Standort ist gesichert
02.05.2002 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach. (wp) Auswirkungen der geplanten Bundeswehrstrukturreform auf den Standort Burbach standen im Mittelpunkt eines Informationsgesprächs, das die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein mit Oberst Wolfgang Hoppe, dem Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 4 (FlaRakG 4), und dem Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 38 (FlaRakGrp 38), Oberstleutnant Thomas Lorber, führte.

Nach Einschätzung von Oberst Hoppe sind das FlaRakG 4 und der Standort Burbach klare Gewinner der "Luftwaffenstruktur 5. Die vorgesehene Zielstruktur soll Ende 2004 erreicht sein und sieht nur noch vier statt bisher sechs Flugabwehrraketengeschwader in Deutschland vor, erläuterte der Kommodore. Das FlaRak-Geschwader 4 besteht dann künftig aus drei FlaRak-Gruppen an den Standorten Burbach, Möhnesee und Barnsdorf. Die in Burbach stationierte FlaRakGrp 38 wird gemeinsam mit der FlaRakGrp 42 (Schöneck) in die künftige FlaRakGrp 14 umgegliedert. Diese wird mit den Waffensystemen HAWK und ROLAND ausgestattet sein. Die beiden anderen FlaRak-Gruppen in Möhnesee und Barnsdorf sind mit dem Waffensystem PATRIOT ausgestattet. Von den geplanten Umstrukturierungen innerhalb des FlaRak-Geschwaders 4 sind, so Oberst Hoppe, rund 1 100 Soldaten sowie 200 zivile Kräfte persönlich betroffen. "Die notwendigen Versetzungen stellen natürlich für viele Familien ein Problem dar, das sie verkraften müssen", betonte der Geschwaderkommodore.

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Moritz (MdL) äußerte sich erfreut, dass der Bundeswehr-Standort Burbach "auf absehbare Zeit als gesichert" betrachtet werden darf. Aus regionalpolitischer Sicht sei der Standort insbesondere auch ein interessanter und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Weiteres Gesprächsthema war die aktuelle Debatte über die Zukunft der Wehrpflicht.


Raketensystem MIADS soll Siegerlandkaserne sichern
11.04.2002 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach. (wp) In die Infrastruktur der Siegerlandkaserne bei Burbach wird im kommenden Jahr eine Million Euro investiert. Mit dem Geld sollen die Stromversorgung erneuert und die Sporthalle saniert werden.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Paul Breuer (CDU), zudem verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion in Berlin, stattete gestern der Kaserne am Fuße des Westerwaldes einen Besuch ab. Vorrangiges Gesprächsthema waren die mittel- und langfristige Standortsicherung der Flugabwehrraktengruppe 38 und des 30-köpfigen "Headquarter", besetzt mit Deutschen, Amerikanern und Niederländern.

Anwesend in der Kaserne war gestern auch Burbachs Bürgermeister Hermann-Josef Droege.

Die Flugabwehrraketengruppe 38, die wegen anstehender Fusionen demnächst die Nummer 14 tragen wird, ist einem von noch vier (früher acht) existierenden Geschwadern untergeordnet. Aus dem Umstand heraus, dass der nächste Standort 150 Kilometer entfernt ist, gewinnt Burbach "eine räumlich große Bedeutung" (Breuer).

Das FlaRakGeschwader ist derzeit mit drei technischen (Raketen-)Systemen ausgestattet: mit dem System Hawk (bis 2008 nutzbar), mit dem System Roland (bis 2012) und mit dem bislang modernsten System Patriot.

Um die "Fähigkeitslücke" beim übergang von Hawk/Roland zu Patriot zu schließen, wird derzeit das supermoderne Flugzeug/Raketen-Abwehrsystem MIADS entwickelt. Kommt MIADS, so ist dies auch ein weiterer Meilenstein für die Standortsicherung der Siegerlandkaserne, teilte gestern Paul Breuer mit.

Ein weiteres wichtiges Standbein in Burbach ist das deutsch-amerikanische-niederländische Headquarter. Keine militärische Kommandozentrale, vielmehr eine Service-Einheit, eine "Denkschmiede, die in dieser Form einmalig ist" (Breuer). Besetzt ist das "Headquarter" mit hochrangigen Militärs, verleiht somit, auch vor diesem Hintergrund, der Siegerlandkaserne Standort-politisches Gewicht im NATO-Verbund.

Angesichts von sich abzeichnenden Fusionen, möglicherweise weiteren Schließungen von Standorten, "müssen wir die Augen offen behalten", sagte Paul Breuer.

Von Wolfgang Krause


11.04.2002 / LOKALAUSGABE / REGION RHEIN-RUHR

Burbach. (woka) Der Standort der 400 Soldaten zählenden Siegerlandkaserne in Burbach wird aufgewertet. 2003 wird eine Million Euro in Sanierungsprojekte (Stromversorgung/Sporthalle) investiert.


Auswirkungen auf Siegerlandkaserne befürchtet
21.02.2003 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Siegerland. (wp) Wie der heimische Bundestagsabgeordnete Paul Breuer (CDU) mitteilt, will Bundesverteidigungsminister Struck (SPD) die Flugabwehrraketenverbände HAWK und ROLAND schnellstmöglich außer Dienst stellen. Dies habe der Minister auf einer Pressekonferenz mitgeteilt.

"Die Flugabwehrraketengruppe 14 in Burbach, die mit dem Luftabwehrraktensystem HAWK ausgestattet ist, ist von dieser Entscheidung betroffen. Ich kann nicht verstehen, dass in Zeiten des internationalen Terrorismus die Bundesregierung einen solchen Schritt macht. Das ist die nackte Geldnot", so Paul Breuer. Die Entscheidung könne in vier oder auch schon in zwei Jahren greifen.

Es sei zwar klar, so der CDU-Politiker, dass das in Burbach bestehende Raketensystem HAWK veraltet sei. "Die Regierung hat die erforderliche Modernisierung mit dem neuen Taktischen Luftverteidigungssystem, dem sogenannten TLVS, aber immer wieder verzögert. Jetzt herrscht mehr Unklarheit statt klarer Planung", so Breuer in einer Mitteilung. In Burbach seien 455 Soldaten und zivile Mitarbeiter, davon gut 200 bei der Flugabwehrraktengruppe 14, stationiert.

Paul Breuer fordert, dass der Standort Burbach, auch Sitz des mulinationalen deutsch-amerikanisch-niederländischen Stabes, jetzt mit dem modernisierten System PATRIOT ausgestattet wird.

Für Paul Breuer liegen die Vorteile Burbachs klar auf der Hand: "Hier sitzt nicht nur die Flugabwehrraketengruppe 14, sondern auch das Flugabwehrraktengeschwader 4, dem diese Gruppe unterstellt ist sowie der multinationale Stab. Die Autobahnnähe ist ein Vorteil und Burbach liegt zwischen den besonders zu schützenden Zentren Rhein-Main und Rhein-Ruhr."

Die Vorteile seien sehr vielfältig, zumal das System PATRIOT ein mobiles System sei. Dazu gehöre auch die Nähe zu den großen Flughäfen Frankfurt am Main und Köln/Bonn.

Paul Breuer hat sich in einem Eilbrief an den sozialdemokratischen Verteidigungsminister gewandt und will Struck in der kommenden Woche von diesen Vorteilen persönlich überzeugen.

Die Folgen der Bundeswehrreform für den Standort Burbach sind auch Gegenstand eines Gesprächs zwischen dem heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Willi Brase und Verteidigungsminister Peter Struck, das am 11. März stattfinden soll.


Sonderprüfung für Burbach
13.03.2003 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach/Berlin. (wp) Für den gefährdeten Bundeswehr-Standort in Burbach gibt es eine Sonderprüfung. Dies sagte Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck den heimischen Bundestags-Abgegeordneten Willi Brase (SPD), Paul Breuer (CDU) und Helga Daub (FDP) sowie dem an dem Gespräch ebenfalls teilnehmenden Burbacher Bürgermeister Hermann-Josef Droege zu. Der Bericht des Generalinspekteurs der Bundeswehr zur Neustationierung der Flugabwehrraketenverbände der Bundeswehr (FlaRak) soll nach der Aussage von Dr. Peter Struck am 28. März 2003 vorgelegt werden. Danach wird, wenn notwendig, die verteidigungspolitische Aufgabe der Luftverteidigung durch Flugabwehrraketen für den mittleren Raum der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere der Ballungsräumne Rhein/Ruhr und Rhein/Main in Verbindung mit einer Beibehaltung des FlaRak-Standortes Burbach mit modernen Verteidigungssystemen überprüft werden. Auf Grund der "guten räumlichen und verkehrsgeographischen Lage des Standortes Burbach kommt dieser überprüfung eine besondere Bedeutung zu," heist es in der gemeinsamen Presseerklärung der drei Abgeordneten. über das Gespräch beim Verteidigungsminister zeigten sie sich "zufrieden", heisst es weiter.


Rat einmütig für Bad und Siegerlandkaserne
08.04.2003 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach. (mku) Was vor einer Woche im Hauptauschuss noch für eine gewisse Dramatik sorgte, wurde gestern im Rat zur Routine-Angelegenheit. Die Gemeindevertreter stimmten einmütig für den Beginn der Freibadsanierung noch in diesem Sommer.

Verlesen wurde ein Brief des Fördervereins, der den angekündigten Beginn der Arbeiten begrüßte. Gleichzeitig stellten die Mitglieder klar, für die Solarbeheizung des generalüberholten Bades aufkommen zu wollen. Bedauert wurde noch einmal, das bereits für den Sommer geplante Freibadfest absagen zu müssen, für das bereits zahlreiche Zusagen seitens der heimischen Vereine vorlagen. Generell wird erwartet, dass die jetzt konkrete Sanierung des Bades die Mitgliederzahlen des Fördervereins nachhaltig steigen lässt.

Der Rat behandelte das Thema gestern in der Wahlbacher Mehrzweckhalle erst an 23. Stelle einer im öffentlichen Teil 25 Punkte umfassenden Tagesordnung. Die meisten dieser Themen waren schnell abgehandelt, mit "erschreckender Einigkeit", wie Bürgermeister Hermann-Josef Droege an einer Stelle fröhlich ausmachte. Dazu gehörte etwa eine Resolution zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Bundeswehrstandortes Burbach, zum Beispiel durch Ausstattung mit "Patriot"-Abwehrraketen. Das von der SPD eingebrachte Papier unterstützt eine gemeinsame Initiative der Bundestagsabgeordneten Brase (SPD), Breuer (CDU) und Daub (FDP) und wurde bei einer Enthaltung angenommen.

Nicht zustimmen mochte Günther Pohl für die Grünen. In einer am Rande der Sitzung verteilten Mitteilung verlangte er, die Sparpläne des Verteidigungsministeriums zu akzeptieren. Statt zu jammern, solle der Rat nach vorn schauen und Pläne für eine Zukunft ohne die Bundeswehr entwickeln. Dies könne vielleicht eine Aufgabe für den neuen Bürgermeister sein.

Diskutiert wurde noch einmal der Antrag des Heimatvereins Holzhausen, eine Gestaltungssatzung zu verabschieden, die dem Dorf einen Vorteil im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ermöglichen könne. Der Hauptausschuss hatte dies abgelehnt, lediglich ein bevorstehendes Entwicklungskonzept festgestellt. Auf Anraten der Uni-Vertreter, die im gesamten Gemeindegebiet am Thema Dorfentwicklung arbeiten, will Ortsvorsteher Peter Dumke sich zunächst mit den Bürgern zusammensetzen und die Stimmungslage beraten. Damit könne den Wettbewerbsrichtern auch signalisiert werden, es passiere etwas. Eine spätere Satzung werde dadurch nicht ausgeschlossen. Der Rat stimmte dem zu, ungeachtet einer weiteren Bitte des Heimatvereines, bereits jetzt über die Satzung zu entscheiden.


Waffensysteme in der Siegerlandkaserne für immer abgeschaltet
17.12.2003 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach. (fl) Um 11.47 Uhr gab der stellvertretende Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalmajor Hans-Joachim Schubert, den Befehl zum Abschalten der Waffensysteme in der Siegerlandkaserne. Ab Januar werden die Raketen abgebaut und die rund 310 Soldaten im Laufe des nächsten Jahres abgezogen.


Herz der Siegerlandkaserne hat aufgehört zu schlagen
17.12.2003 / LOKALAUSGABE / SIEGEN

Burbach. (fl) 11.43 Uhr: Generalmajor Hans-Joachim Schubert gab den Befehl zum Abschalten der Waffensysteme. Die Raketen von Hawk und Roland, die vorher in den Himmel gerichtet waren, neigten sich in die Horizontale.

Das Herz der Siegerlandkaserne hatte aufgehört zu schlagen. Die Soldaten des Luftwaffenmusikkorps spielten die Nationalhymne. Damit ging eine 40-jährige Geschichte des Fugabwehrraketengeschwaders 4 und der Flugabwehrrakentengruppe 14 zu Ende.

"Ich sage nicht leise Servus, aber Missles a Way" (Raketen auf den Weg zum neuen Standort), sagte der Generalmajor am Schluß seiner Rede. Die Soldaten wurden von ihrem Einsatzauftrag entbunden. Zuvor schritten der Kommodore Oberst Wolfgang Hoppe sowie die beiden Generalmajore Hans-Joachim Schubert und Wilhelm Ploeger die Front ab.

Kommodore Wolfgang Hoppe beschrieb in seinen Ausführungen die vier Jahrzehnte als ein Dienst rund um die Uhr mit sehr viel Pionierarbeit. "Wir haben aber auch einen Auftrag ausgeführt, der nicht immer seine Wurzeln in der Luftverteidigung hat", sagte Wolfgang Hoppe auf dem Kasernenplatz und meinte die enormen Einsätze anlässlich der Oder- und Elbeflut. Viele hundert Soldaten haben sich all diesen Herausforderungen mit der letzten Faser ihrer Herzen gestellt." Dann fügte der Kommodore der beiden Geschwader hinzu: "Wäre es von daher nicht gut, wenn unsere allgemeine Wehrpflicht auch künftig Bestand haben würde?"

Anfang des jahres werden die Waffensysteme abgebaut, die Soldaten bis zum Ende des nächsten Jahres auf andere Standorte versetzt. Der Weg in die neue Struktur ist für alle Beteiligten ein schmerzhafter. Deshalb appellierte Hoppe an seine Soldaten, sich in der Phase des Umbruchs auf das zu besinnen, was die FlaRak-Soldaten immer ausgezeichnet hat: in schwierigen Zeiten in fester und ungebrochener Kameradschaft eng zusammenzustehen.

Als eine maßgebliche Voraussetzung dazu ist nach Ansicht von Hoppe, dass von der militärischen Führung und politischen Leitung in Bezug auf die immer kleiner werdende Waffengattung hinsichtlich ihrer Zukunft alsbald die planerische Sicherung einkehrt.

Bevor der stellvertretende Befehlshaber im Luftwaffen-Führungskommando Generalmajor Schubert den Befehl zum Abschalten gab, sagte er mit fester Stimme: "Ein großartiger Verband hat einen Auftrag erfüllt und sein Herz in die Waagschale gelegt."
 


Abschiedsappell in der Siegerlandkaserne /
Gemeinschaft von Bundeswehr und den Burbacher Bürgern wurde gewürdigt
06.06.2004 / Siegerländer / Wittgensteiner Wochenanzeiger (www.swa-wwa.de)


Burbach.
Zwar war es während des gesamten Abschiedsappells in der Burbacher Siegerlandkaserne ein wenig am regnen, als die Bundeswehr-Soldaten um 11.45 Uhr jedoch die Truppenfahne verhüllten, öffnete der Himmel über der Kaserne endgültig seine Schleusen, als wolle er seine Trauer darüber ausdrücken, dass die Flugabwehrraketengruppe 14 dem Siegerland den Rücken kehrt.

Dass auch ehemalige Führungskräfte sehr eng mit der Kaserne, die 1969 fertig gestellt wurde, verbunden waren, machte Generalmajor Klaus-Dieter Kurth klar, der einige rührende Worte an die ehemaligen und aktuellen Soldaten richtete und auch nicht mit Kritik an der Entscheidung zur Schließung der Kaserne sparte.

Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers sah die Kasernenschließung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wenn am heutigen Tag Bedauern und ein wenig Wehmut über den Weggang der Bundeswehr mitschwingen, dann nicht deshalb, weil wir uns die Zeit zurückwünschen, die die Stationierung notwendig und sinnvoll gemacht hat, sondern deshalb, weil die Stationierung Beziehung begründet hat, die uns bereichert haben und zukünftig fehlen.

übergabeMan habe mit der Bundeswehr am Standort Burbach einen verlässlichen Partner gehabt: „Die Bundeswehr hat durch ihre Soldatinnen und Soldaten über drei Jahrzehnte hinweg wesentliche immaterielle und materielle Beiträge zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens in Burbach geleistet. Die hervorragend und beispielhaft gelungene Verbindung von gewissenhafter Erfüllung des Einsatzauftrages und engagiertem Kontakt zum Umfeld der militärischen Liegenschaften haben der Bundeswehr in Burbach ein hohes Ansehen verschafft.“

Gerade diese Zusammenarbeit zwischen den zivilen Bürgern und den Bürgern in Uniform sahen alle Redner als prägend für die 35-jährige Geschichte der Siegerlandkaserne. Damit ist es seit dem Abschiedsappell am Freitagmittag endgültig vorbei.
Soldaten wird es in Burbach nicht mehr geben. Jedenfalls fast nicht mehr. Denn einige der zugereisten Uniformierten fanden Gefallen an der Gemeinde im südlichen Siegerland und sind hier mit ihren Familien heimisch geworden. Diesen Soldaten, aber auch allen anderen Bürgern der Gemeinde wünschte Generalmajor a.D. Klaus-Dieter Kurth „einen blauen, sonnigen und feindfreien Himmel“. JaK

Bild: Pünktlich zur Verhüllung der Truppenfahne fing es endgültig an in Strömen zu regnen. Auch Burbachs
Bürgermeister Christoph Ewers (links) beobachtete das Geschehen. Foto: JaK


18.07.2004 / Siegerländer / Wittgensteiner Wochenanzeiger (www.swa-wwa.de)

Die Suche nach Investoren startet.
Alle Beteiligten ziehen bei der Vermarktung der bald leer stehenden Siegerlandkaserne an einem Strang.

Burbach
Lange dauert es nicht mehr bis die letzten Bundeswehrsoldaten die Kaserne auf der Lipper Höhe verlassen. Mitte 2005 soll das rund 30 Hektar große Gelände – je 15 Hektar entfallen auf die Kaserne bzw. die HAWK-Stellung – endgültig geräumt werden.
Doch dann kann man es nicht sich selbst überlassen. Die Planungen für die Zeit danach laufen spätestens seit dieser Woche auch offiziell auf Hochtouren.

Schließlich unterzeichneten Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers und Dr. Klaus Büttner von der „g.e.b.b.“ zusammen mit Landrat Paul Breuer und dem Bundestagsabgeordneten Willi Brase eine gemeinsame Absichtserklärung. Sie haben bereits im Jahr 2003 einen so genannten Lenkungsausschuss gegründet, um das bestmögliche für das Areal zu erreichen. Dass die Zusammenarbeit so gut klappe, wie im Falle von Burbach, sei nicht alltäglich, berichtete Büttner aus seinem Alltag. In Burbach hätten von Beginn alle an einem Strang gezogen. Dies sei ungeheuer wichtig.

Hinter dem kryptischen Namen „g.e.b.b.“ verbirgt sich übrigens die Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb, die sich als hundertprozentige Tochter des Bundesverteidigungsministeriums ausschließlich um Hinterlassenschaften der Bundeswehr kümmert. „Wir sind aber keine Behörde, sondern ein Unternehmen“, unterstrich Dr. Büttner und brachte damit zum Ausdruck, dass man gewillt sei, alle Möglichkeiten, die für die Lipper Höhe in Betracht kommen, abzuklopfen.

Zunächst soll nun eine Bestandsaufnahme in Auftrag gegeben werden, denn erst einmal streben alle Beteiligten an, die vorhandenen Gebäude einer weiteren Nutzung zuzuführen. Das macht vor allem vor dem Hintergrund Sinn, dass ein Teil der Bebauung erst 1996 auf den neuesten Stand gebracht wurde. „Wir stehen am Anfang eines Prozesses“, gab Büttner jedoch zu bedenken: „Nun bereits Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wäre rein spekulativ.“ Dass die räumliche Nähe zum Siegerlandflughafen oder das interkommunale Gewerbegebiet, das sich sogar über zwei Bundesländer erstreckt, einmal zu einem Lösungsansatz beitragen könnten, ist indes kein Geheimnis.
„Uns liegt sehr daran, dass wir neue Gewerbegebiete auf den Weg bringen. Ich halte eine vernünftige Vorratspolitik für durchaus sinnvoll, um den absehbaren Bedarf abzudecken“, gab Willi Brase Einblick in seine Gedanken. „Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Parteigrenzen keine Rolle spielen, wenn es um die Entwicklung der Region geht“, freute sich Bürgermeister Christoph Ewers über die Einigkeit.

Dies macht Sinn, schließlich könnte die „g.e.b.b.“ auch anders, wenn man sich – wie an anderen Standorten geschehen – gegenseitig Steine in den Weg legt. Büttner: „Unser Interesse ist es eigentlich, den Standort so zu vermarkten, dass Geld in die Kassen kommt. Es ist aber auch unsere Strategie, die Interessen der Kommune zu berücksichtigen.“ Büttner weiß, wovon er redet.

Immerhin war er Oberbürgermeister der Stadt Weimar. Diesen Tatbestand unterstrich auch Paul Breuer, der nach eigenem Bekunden der „g.e.b.b.“ auch schon mal negativ gegenüber steht: „Als ich hörte, dass Dr. Büttner mit von der Partie ist, hatte ich keine Bedenken mehr. Er kann anpacken – das weiß ich!“ Es bleibt zu hoffen, dass die „g.e.b.b.“ hält, was alle Beteiligten versprechen – und das innerhalb eines akzeptablen Zeitraumes. Schließlich werden schon bald neue leere Kasernen auf den Markt gespült, die ebenfalls um die Gunst von Investoren buhlen werden. Das Verteidigungsministerium will nämlich weitere Objekte schließen. JaK


17. Dezember 2004
Das Flugabwehrraketengeschwader 4 wird vom Einsatzauftrag der integrierten NATO – Luftverteidigung entbunden. Nach der Ministerentscheidung vom 21.05.2003 und der daraus abgeleiteten Neustrukturierung der Luftwaffe wird auch das Flugabwehrraketengeschwader 4 aufgelöst.
Konkret bedeutet dies, dass zum Jahreswechsel das Flugabwehrraketengeschwader 4 und die Flugabwehrraketengruppe 14 von ihrem Einsatzauftrag entbunden werden und nachfolgend in den Prozess der Auflösung bis Mitte 2005 gehen.
Gleichzeitig wird die Flugabwehrraketengruppe 21 aus Möhnesee und Bad Arolsen zum Flugabwehrraketengeschwader 2 in Mecklenburg-Vorpommern wechseln und die Flugabwehrraketengruppe 25 wird dem Flugabwehrraketengeschwader 1 in Schleswig-Holstein unterstellt.


Mit Genehmigung des Siegerland-Kurier
08.05.2005.

Big Brother im Bunker schon bald in Burbach?

Burbach. (tip)
Wird die nächste Staffel von Big Brother in der heimischen Region gedreht? Nach Informationen des SIEGERLANDKURIER hat die Produktionsgesellschaft „Endemol" Interesse am Gelände der ehemaligen Siegerlandkaseme in Burbach. Das Unternehmen war bereits zu einer Besichtigung auf der „Lipper Höhe" zu Gast. Dabei handelt es sich offenbar um ein Konzept der „Zwischennutzung". Die Liegenschaften würden für einen gewissen Zeitraum angemietet. Die Erträge kämen der für die Vermarktung der Fläche zuständigen „Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb" (g.e.b.b.) des Bundesverteidigungsministeriums zu.
Die g.e.b.b. bestätigte auf Nachfrage des Siegerlandkurier das Interesse der Kölner Produktionsfirma. „Unser für den Standort Burbach zuständige Projektleiter hat mit Vertretern von Endemol das Gelände besichtigt. Was nun daraus wird, steht allerdings noch in den Sternen", sagte Unternehmenssprecher Lothar Lewien. „Es wäre schön, wenn es klappen würde." Allerdings sei Endemol nicht der einzige Interessent für die Kaserne, die am 30. Juni ihre Pforten schließen wird.
Auch Thomas Leyener von der Gemeinde Burbach ist über die Entwicklung im Bilde. Gleichzeitig macht er klar, dass die Kommune nur ein bedingtes Mitspracherecht bei der künftigen Nutzung des Kasernengeländes habe.

Bei unseriösem Kontakt einschalten
Schließlich sei die g.e.b.b. damit beauftragt, die Liegenschaften treuhänderisch zu verwalten. „Wir würden aber einschreiten, wenn dubiose Firmen ihr Interesse bekunden würden. Allerdings haben wir im Falle von Endemol den Eindruck, dass es sich um einen seriösen Kontakt handelt", so Leyener.
Burbach kommt für uns als Produktionsstandort in Frage", bekräftigt Christina Diehl von der Pressestelle Endemols in Köln das nachhaltige Interesse an den Liegenschaften. In welcher Form dort Sendungen produziert werden sollen und wann eine endgültige Entscheidung fallen könnte, darüber wurde keine Auskunft erteilt. Endemol hat seinen hohen Bekanntheitsgrad in erster Linie durch die TV-Serie „Big Brother" erlangt. Aber auch „Wer wird Millionär?", „Nur die Liebe zählt" oder „Notruf" zählen zu den Produktionen der Kölner Fernsehmacher.
Erst kürzlich waren sie übrigens in Burbach für Dreharbeiten vor Ort. Für die Serie „Notruf" wurde entlang der B54 ein Unfall nachgestellt (der SiEGERLANDKUiRlER berichtete)

Zusatz (B.Drexler)
Zu diesem Bericht sollte noch eine schöne Fotomontage erstellt werden. Aber sehen Sie selbst was ENDEMOL mit denen macht, die Logos oder Bilder von Produktionen auf Internetseiten benutzen.
 

Die Abmahnungspraktiken der Firma Endemol
von  Ernst Corinth 28.04.2000
Big Brother schlägt jetzt auch im Internet zu Wenn es ums Geld geht, hört auch bei Big Brother der Spaß schnell auf. Zahlreiche Betreiber sogenannter Fanseiten der RTL 2-"Big-Brother"-Container-Show haben nämlich in den letzten Tagen - nach einem Bericht von Spiegel Online - deftige Abmahnungsschreiben erhalten, weil sie auf ihren Netzseiten Bilder oder das Logo der Show veröffentlicht haben. Dabei wird der Streitwert von der Firma Endemol, die die Rechte an "Big Brother" (BB) besitzt, gleich so hoch angesetzt, dass allein schon die vom Abgemahnten zu zahlenden Anwaltskosten die 10.000 Mark Grenze überschreiten. Wie Endemol vorgeht, beschreibt die Betreiberin einer dieser Fan-Seiten. Um die Website "mit Leben zu füllen, wurde von uns eine Startseite erstellt. Inhalt: ein BB Logo, ein Bild von Zlatko, ein Counter und eine eMailadresse. Vier Tage später wurde dann von einer von Endemol bevollmächtigten Anwaltskanzlei ein Abmahnschreiben zugestellt - nein, ich korrigiere: ein DIN A 4 Briefumschlag mit 3 Abmahnschreiben. (...) eins wegen der unrechtmäßigen Verwendung der Domain (Streitwert 200.000DM), eins wegen der widerrechtlichen Benutzung des BB Logos (Streitwert 300000DM) und wegen der illegalen Nutzung eines Bildes des Herrn Trpkovski, da alle Rechte an der Verwendung der Namen, des Bildnisses etc. bei Endemol liegen. Die Vertragsstrafe wurde auf 10010,-DM festgesetzt (natürlich mal 3= 30030,-DM). Um diese Vertragsstrafe zu vermeiden, muss eine Unterlassungserklärung abgegeben werden." Und damit verbunden ist die Zahlung von 10.000 DM für die Endemol-Anwälte, deren Honorar auf dem Streitwert basiert, in diesem Fall 700.000 DM. Dass dies beileibe kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick beispielsweise in das Netzforum www.bigbrother-online.de. Und bei der Häufung der Fälle liegt der Verdacht nahe, dass Endemol inzwischen sogar systematisch nach solchen Fanseiten suchen lässt. Rainer Laux, der Produzent der Sendung, erklärte dazu recht lapidar gegenüber "Spiegel Online": "Es ist nun mal so, dass Endemol alle Rechte hat." Was natürlich stimmt, allerdings ist es doch verblüffend, wie unsouverän sich das holländische Medienunternehmen verhält. Schließlich waren es doch gerade die zahlreichen Fanseiten, die der TV-Show im Netz so viel zusätzliche Popularität verschafften, dass "Big Brother" zu dem derzeit wohl meist diskutierten Thema im deutschsprachigen Internet geworden ist. - Damit soll also nun Schluss sein. Denn wenn es ums Geld geht, hört bei Endemol eben der Spaß auf und die sonst so gern umschmeichelten BB-Fans sind dem Unternehmen völlig egal oder - schlimmer noch - sollen als zusätzliche Einnahmequelle herhalten. Auch die Betreiberin der oben erwähnten Seite versteht die "Big Brother"-Welt nicht mehr: "Wenn die mich angeschrieben hätten, dass ich die Fotos von der Seite nehmen soll, wäre das doch kein Problem gewesen." Außerdem habe sie sofort nach Erhalt das inkriminierte Material und ihre Fanseite aus dem Netz genommen. Inzwischen hat die junge Frau Kontakt aufgenommen mit der Initiative Freedom for Links, die sich schon seit längerem mit vergleichbaren Abmahnungspraktiken im Internet herumschlägt. Und im Netz wird inzwischen in den diversen BB-Foren der Aufstand gegen Endemol geprobt. So heißt es beispielsweise auf einer Netzseite: "Wir fordern die Firma auf, diese Abmahnungen zurückzuziehen und sich gütlich mit den Abgemahnten zu einigen. Solange nichts in dieser Hinsicht geschieht, würden auch wir uns freuen, wenn die Fernsehsendung Big Brother und der Besuch der Big Brother Internetseite gemieden wird."

FlaRak 22| B. Drexler - Landsberg ©2006