Pressestimmen:
Mit Genehmigung der Westfalenpostredaktion:
Standort ist gesichert
02.05.2002 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach. (wp) Auswirkungen der geplanten
Bundeswehrstrukturreform auf den Standort
Burbach standen im Mittelpunkt eines
Informationsgesprächs, das die
SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein mit
Oberst Wolfgang Hoppe, dem Kommodore des
Flugabwehrraketengeschwaders 4 (FlaRakG 4), und
dem Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 38
(FlaRakGrp 38), Oberstleutnant Thomas Lorber,
führte.
Nach Einschätzung von Oberst Hoppe sind
das FlaRakG 4 und der Standort Burbach klare
Gewinner der "Luftwaffenstruktur 5. Die
vorgesehene Zielstruktur soll Ende 2004
erreicht sein und sieht nur noch vier statt
bisher sechs Flugabwehrraketengeschwader in
Deutschland vor, erläuterte der Kommodore.
Das FlaRak-Geschwader 4 besteht dann
künftig aus drei FlaRak-Gruppen an den
Standorten Burbach, Möhnesee und
Barnsdorf. Die in Burbach stationierte
FlaRakGrp 38 wird gemeinsam mit der FlaRakGrp
42 (Schöneck) in die künftige
FlaRakGrp 14 umgegliedert. Diese wird mit den
Waffensystemen HAWK und ROLAND ausgestattet
sein. Die beiden anderen FlaRak-Gruppen in
Möhnesee und Barnsdorf sind mit dem
Waffensystem PATRIOT ausgestattet. Von den
geplanten Umstrukturierungen innerhalb des
FlaRak-Geschwaders 4 sind, so Oberst Hoppe,
rund 1 100 Soldaten sowie 200 zivile
Kräfte persönlich betroffen. "Die
notwendigen Versetzungen stellen natürlich
für viele Familien ein Problem dar, das
sie verkraften müssen", betonte der
Geschwaderkommodore.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Moritz
(MdL) äußerte sich erfreut, dass der
Bundeswehr-Standort Burbach "auf absehbare Zeit
als gesichert" betrachtet werden darf. Aus
regionalpolitischer Sicht sei der Standort
insbesondere auch ein interessanter und
wichtiger Wirtschaftsfaktor. Weiteres
Gesprächsthema war die aktuelle Debatte
über die Zukunft der Wehrpflicht.
Raketensystem MIADS soll Siegerlandkaserne
sichern
11.04.2002 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach. (wp) In die Infrastruktur der
Siegerlandkaserne bei Burbach wird im kommenden
Jahr eine Million Euro investiert. Mit dem Geld
sollen die Stromversorgung erneuert und die
Sporthalle saniert werden.
Der heimische Bundestagsabgeordnete Paul
Breuer (CDU), zudem verteidigungspolitischer
Sprecher seiner Fraktion in Berlin, stattete
gestern der Kaserne am Fuße des
Westerwaldes einen Besuch ab. Vorrangiges
Gesprächsthema waren die mittel- und
langfristige Standortsicherung der
Flugabwehrraktengruppe 38 und des
30-köpfigen "Headquarter", besetzt mit
Deutschen, Amerikanern und
Niederländern.
Anwesend in der Kaserne war gestern auch
Burbachs Bürgermeister Hermann-Josef
Droege.
Die Flugabwehrraketengruppe 38, die wegen
anstehender Fusionen demnächst die Nummer
14 tragen wird, ist einem von noch vier
(früher acht) existierenden Geschwadern
untergeordnet. Aus dem Umstand heraus, dass der
nächste Standort 150 Kilometer entfernt
ist, gewinnt Burbach "eine räumlich
große Bedeutung" (Breuer).
Das FlaRakGeschwader ist derzeit mit drei
technischen (Raketen-)Systemen ausgestattet:
mit dem System Hawk (bis 2008 nutzbar), mit dem
System Roland (bis 2012) und mit dem bislang
modernsten System Patriot.
Um die "Fähigkeitslücke" beim
übergang von Hawk/Roland zu Patriot zu
schließen, wird derzeit das supermoderne
Flugzeug/Raketen-Abwehrsystem MIADS entwickelt.
Kommt MIADS, so ist dies auch ein weiterer
Meilenstein für die Standortsicherung der
Siegerlandkaserne, teilte gestern Paul Breuer
mit.
Ein weiteres wichtiges Standbein in Burbach
ist das
deutsch-amerikanische-niederländische
Headquarter. Keine militärische
Kommandozentrale, vielmehr eine
Service-Einheit, eine "Denkschmiede, die in
dieser Form einmalig ist" (Breuer). Besetzt ist
das "Headquarter" mit hochrangigen
Militärs, verleiht somit, auch vor diesem
Hintergrund, der Siegerlandkaserne
Standort-politisches Gewicht im
NATO-Verbund.
Angesichts von sich abzeichnenden Fusionen,
möglicherweise weiteren Schließungen
von Standorten, "müssen wir die Augen
offen behalten", sagte Paul Breuer.
Von Wolfgang Krause
11.04.2002 / LOKALAUSGABE / REGION
RHEIN-RUHR
Burbach. (woka) Der Standort der 400 Soldaten
zählenden Siegerlandkaserne in Burbach
wird aufgewertet. 2003 wird eine Million Euro
in Sanierungsprojekte
(Stromversorgung/Sporthalle) investiert.
Auswirkungen auf Siegerlandkaserne
befürchtet
21.02.2003 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Siegerland. (wp) Wie der heimische
Bundestagsabgeordnete Paul Breuer (CDU)
mitteilt, will Bundesverteidigungsminister
Struck (SPD) die Flugabwehrraketenverbände
HAWK und ROLAND schnellstmöglich
außer Dienst stellen. Dies habe der
Minister auf einer Pressekonferenz
mitgeteilt.
"Die Flugabwehrraketengruppe 14 in Burbach,
die mit dem Luftabwehrraktensystem HAWK
ausgestattet ist, ist von dieser Entscheidung
betroffen. Ich kann nicht verstehen, dass in
Zeiten des internationalen Terrorismus die
Bundesregierung einen solchen Schritt macht.
Das ist die nackte Geldnot", so Paul Breuer.
Die Entscheidung könne in vier oder auch
schon in zwei Jahren greifen.
Es sei zwar klar, so der CDU-Politiker, dass
das in Burbach bestehende Raketensystem HAWK
veraltet sei. "Die Regierung hat die
erforderliche Modernisierung mit dem neuen
Taktischen Luftverteidigungssystem, dem
sogenannten TLVS, aber immer wieder
verzögert. Jetzt herrscht mehr Unklarheit
statt klarer Planung", so Breuer in einer
Mitteilung. In Burbach seien 455 Soldaten und
zivile Mitarbeiter, davon gut 200 bei der
Flugabwehrraktengruppe 14, stationiert.
Paul Breuer fordert, dass der Standort
Burbach, auch Sitz des mulinationalen
deutsch-amerikanisch-niederländischen
Stabes, jetzt mit dem modernisierten System
PATRIOT ausgestattet wird.
Für Paul Breuer liegen die Vorteile
Burbachs klar auf der Hand: "Hier sitzt nicht
nur die Flugabwehrraketengruppe 14, sondern
auch das Flugabwehrraktengeschwader 4, dem
diese Gruppe unterstellt ist sowie der
multinationale Stab. Die Autobahnnähe ist
ein Vorteil und Burbach liegt zwischen den
besonders zu schützenden Zentren
Rhein-Main und Rhein-Ruhr."
Die Vorteile seien sehr vielfältig, zumal
das System PATRIOT ein mobiles System sei. Dazu
gehöre auch die Nähe zu den
großen Flughäfen Frankfurt am Main
und Köln/Bonn.
Paul Breuer hat sich in einem Eilbrief an den
sozialdemokratischen Verteidigungsminister
gewandt und will Struck in der kommenden Woche
von diesen Vorteilen persönlich
überzeugen.
Die Folgen der Bundeswehrreform für den
Standort Burbach sind auch Gegenstand eines
Gesprächs zwischen dem heimischen
SPD-Bundestagsabgeordneten Willi Brase und
Verteidigungsminister Peter Struck, das am 11.
März stattfinden soll.
Sonderprüfung für Burbach
13.03.2003 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach/Berlin. (wp) Für den
gefährdeten Bundeswehr-Standort in Burbach
gibt es eine Sonderprüfung. Dies sagte
Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck
den heimischen Bundestags-Abgegeordneten Willi
Brase (SPD), Paul Breuer (CDU) und Helga Daub
(FDP) sowie dem an dem Gespräch ebenfalls
teilnehmenden Burbacher Bürgermeister
Hermann-Josef Droege zu. Der Bericht des
Generalinspekteurs der Bundeswehr zur
Neustationierung der
Flugabwehrraketenverbände der Bundeswehr
(FlaRak) soll nach der Aussage von Dr. Peter
Struck am 28. März 2003 vorgelegt werden.
Danach wird, wenn notwendig, die
verteidigungspolitische Aufgabe der
Luftverteidigung durch Flugabwehrraketen
für den mittleren Raum der Bundesrepublik
Deutschland, insbesondere der
Ballungsräumne Rhein/Ruhr und Rhein/Main
in Verbindung mit einer Beibehaltung des
FlaRak-Standortes Burbach mit modernen
Verteidigungssystemen überprüft
werden. Auf Grund der "guten räumlichen
und verkehrsgeographischen Lage des Standortes
Burbach kommt dieser überprüfung eine
besondere Bedeutung zu," heist es in der
gemeinsamen Presseerklärung der drei
Abgeordneten. über das Gespräch beim
Verteidigungsminister zeigten sie sich
"zufrieden", heisst es weiter.
Rat einmütig für Bad und
Siegerlandkaserne
08.04.2003 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach. (mku) Was vor einer Woche im
Hauptauschuss noch für eine gewisse
Dramatik sorgte, wurde gestern im Rat zur
Routine-Angelegenheit. Die Gemeindevertreter
stimmten einmütig für den Beginn der
Freibadsanierung noch in diesem Sommer.
Verlesen wurde ein Brief des
Fördervereins, der den angekündigten
Beginn der Arbeiten begrüßte.
Gleichzeitig stellten die Mitglieder klar,
für die Solarbeheizung des
generalüberholten Bades aufkommen zu
wollen. Bedauert wurde noch einmal, das bereits
für den Sommer geplante Freibadfest
absagen zu müssen, für das bereits
zahlreiche Zusagen seitens der heimischen
Vereine vorlagen. Generell wird erwartet, dass
die jetzt konkrete Sanierung des Bades die
Mitgliederzahlen des Fördervereins
nachhaltig steigen lässt.
Der Rat behandelte das Thema gestern in der
Wahlbacher Mehrzweckhalle erst an 23. Stelle
einer im öffentlichen Teil 25 Punkte
umfassenden Tagesordnung. Die meisten dieser
Themen waren schnell abgehandelt, mit
"erschreckender Einigkeit", wie
Bürgermeister Hermann-Josef Droege an
einer Stelle fröhlich ausmachte. Dazu
gehörte etwa eine Resolution zur Erhaltung
und Weiterentwicklung des Bundeswehrstandortes
Burbach, zum Beispiel durch Ausstattung mit
"Patriot"-Abwehrraketen. Das von der SPD
eingebrachte Papier unterstützt eine
gemeinsame Initiative der
Bundestagsabgeordneten Brase (SPD), Breuer
(CDU) und Daub (FDP) und wurde bei einer
Enthaltung angenommen.
Nicht zustimmen mochte Günther Pohl
für die Grünen. In einer am Rande der
Sitzung verteilten Mitteilung verlangte er, die
Sparpläne des Verteidigungsministeriums zu
akzeptieren. Statt zu jammern, solle der Rat
nach vorn schauen und Pläne für eine
Zukunft ohne die Bundeswehr entwickeln. Dies
könne vielleicht eine Aufgabe für den
neuen Bürgermeister sein.
Diskutiert wurde noch einmal der Antrag des
Heimatvereins Holzhausen, eine
Gestaltungssatzung zu verabschieden, die dem
Dorf einen Vorteil im Wettbewerb "Unser Dorf
soll schöner werden" ermöglichen
könne. Der Hauptausschuss hatte dies
abgelehnt, lediglich ein bevorstehendes
Entwicklungskonzept festgestellt. Auf Anraten
der Uni-Vertreter, die im gesamten
Gemeindegebiet am Thema Dorfentwicklung
arbeiten, will Ortsvorsteher Peter Dumke sich
zunächst mit den Bürgern
zusammensetzen und die Stimmungslage beraten.
Damit könne den Wettbewerbsrichtern auch
signalisiert werden, es passiere etwas. Eine
spätere Satzung werde dadurch nicht
ausgeschlossen. Der Rat stimmte dem zu,
ungeachtet einer weiteren Bitte des
Heimatvereines, bereits jetzt über die
Satzung zu entscheiden.
Waffensysteme in der Siegerlandkaserne
für immer abgeschaltet
17.12.2003 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach. (fl) Um 11.47 Uhr gab der
stellvertretende Befehlshaber des
Luftwaffenführungskommandos, Generalmajor
Hans-Joachim Schubert, den Befehl zum
Abschalten der Waffensysteme in der
Siegerlandkaserne. Ab Januar werden die Raketen
abgebaut und die rund 310 Soldaten im Laufe des
nächsten Jahres abgezogen.
Herz der Siegerlandkaserne hat aufgehört
zu schlagen
17.12.2003 / LOKALAUSGABE /
SIEGEN
Burbach. (fl) 11.43 Uhr: Generalmajor
Hans-Joachim Schubert gab den Befehl zum
Abschalten der Waffensysteme. Die Raketen von
Hawk und Roland, die vorher in den Himmel
gerichtet waren, neigten sich in die
Horizontale.
Das Herz der Siegerlandkaserne hatte
aufgehört zu schlagen. Die Soldaten des
Luftwaffenmusikkorps spielten die
Nationalhymne. Damit ging eine 40-jährige
Geschichte des Fugabwehrraketengeschwaders 4
und der Flugabwehrrakentengruppe 14 zu
Ende.
"Ich sage nicht leise Servus, aber Missles a
Way" (Raketen auf den Weg zum neuen Standort),
sagte der Generalmajor am Schluß seiner
Rede. Die Soldaten wurden von ihrem
Einsatzauftrag entbunden. Zuvor schritten der
Kommodore Oberst Wolfgang Hoppe sowie die
beiden Generalmajore Hans-Joachim Schubert und
Wilhelm Ploeger die Front ab.
Kommodore Wolfgang Hoppe beschrieb in seinen
Ausführungen die vier Jahrzehnte als ein
Dienst rund um die Uhr mit sehr viel
Pionierarbeit. "Wir haben aber auch einen
Auftrag ausgeführt, der nicht immer seine
Wurzeln in der Luftverteidigung hat", sagte
Wolfgang Hoppe auf dem Kasernenplatz und meinte
die enormen Einsätze anlässlich der
Oder- und Elbeflut. Viele hundert Soldaten
haben sich all diesen Herausforderungen mit der
letzten Faser ihrer Herzen gestellt." Dann
fügte der Kommodore der beiden Geschwader
hinzu: "Wäre es von daher nicht gut, wenn
unsere allgemeine Wehrpflicht auch künftig
Bestand haben würde?"
Anfang des jahres werden die Waffensysteme
abgebaut, die Soldaten bis zum Ende des
nächsten Jahres auf andere Standorte
versetzt. Der Weg in die neue Struktur ist
für alle Beteiligten ein schmerzhafter.
Deshalb appellierte Hoppe an seine Soldaten,
sich in der Phase des Umbruchs auf das zu
besinnen, was die FlaRak-Soldaten immer
ausgezeichnet hat: in schwierigen Zeiten in
fester und ungebrochener Kameradschaft eng
zusammenzustehen.
Als eine maßgebliche Voraussetzung dazu
ist nach Ansicht von Hoppe, dass von der
militärischen Führung und politischen
Leitung in Bezug auf die immer kleiner werdende
Waffengattung hinsichtlich ihrer Zukunft
alsbald die planerische Sicherung
einkehrt.
Bevor der stellvertretende Befehlshaber im
Luftwaffen-Führungskommando Generalmajor
Schubert den Befehl zum Abschalten gab, sagte
er mit fester Stimme: "Ein großartiger
Verband hat einen Auftrag erfüllt und sein
Herz in die Waagschale gelegt."
Abschiedsappell in der
Siegerlandkaserne /
Gemeinschaft von Bundeswehr und den Burbacher
Bürgern wurde gewürdigt
06.06.2004 / Siegerländer /
Wittgensteiner Wochenanzeiger
(www.swa-wwa.de)
Burbach.
Zwar war es während des gesamten
Abschiedsappells in der Burbacher
Siegerlandkaserne ein wenig am regnen, als die
Bundeswehr-Soldaten um 11.45 Uhr jedoch die
Truppenfahne verhüllten, öffnete der
Himmel über der Kaserne endgültig
seine Schleusen, als wolle er seine Trauer
darüber ausdrücken, dass die
Flugabwehrraketengruppe 14 dem Siegerland den
Rücken kehrt.
Dass auch ehemalige Führungskräfte
sehr eng mit der Kaserne, die 1969 fertig
gestellt wurde, verbunden waren, machte
Generalmajor Klaus-Dieter Kurth klar, der
einige rührende Worte an die ehemaligen
und aktuellen Soldaten richtete und auch nicht
mit Kritik an der Entscheidung zur
Schließung der Kaserne sparte.
Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers
sah die Kasernenschließung mit einem
lachenden und einem weinenden Auge: „Wenn
am heutigen Tag Bedauern und ein wenig Wehmut
über den Weggang der Bundeswehr
mitschwingen, dann nicht deshalb, weil wir uns
die Zeit zurückwünschen, die die
Stationierung notwendig und sinnvoll gemacht
hat, sondern deshalb, weil die Stationierung
Beziehung begründet hat, die uns
bereichert haben und zukünftig
fehlen.
Man habe mit der
Bundeswehr am Standort Burbach einen
verlässlichen Partner gehabt:
„Die Bundeswehr hat durch ihre
Soldatinnen und Soldaten über drei
Jahrzehnte hinweg wesentliche immaterielle
und materielle Beiträge zur
Förderung des gesellschaftlichen
Lebens in Burbach geleistet. Die
hervorragend und beispielhaft gelungene
Verbindung von gewissenhafter
Erfüllung des Einsatzauftrages und
engagiertem Kontakt zum Umfeld der
militärischen Liegenschaften haben
der Bundeswehr in Burbach ein hohes
Ansehen verschafft.“
Gerade diese Zusammenarbeit zwischen den
zivilen Bürgern und den Bürgern in
Uniform sahen alle Redner als prägend
für die 35-jährige Geschichte der
Siegerlandkaserne. Damit ist es seit dem
Abschiedsappell am Freitagmittag endgültig
vorbei.
Soldaten wird es in Burbach nicht mehr geben.
Jedenfalls fast nicht mehr. Denn einige der
zugereisten Uniformierten fanden Gefallen an
der Gemeinde im südlichen Siegerland und
sind hier mit ihren Familien heimisch geworden.
Diesen Soldaten, aber auch allen anderen
Bürgern der Gemeinde wünschte
Generalmajor a.D. Klaus-Dieter Kurth
„einen blauen, sonnigen und feindfreien
Himmel“. JaK
Bild: Pünktlich zur Verhüllung der
Truppenfahne fing es endgültig an in
Strömen zu regnen. Auch Burbachs
Bürgermeister Christoph Ewers (links)
beobachtete das Geschehen. Foto: JaK
18.07.2004 / Siegerländer /
Wittgensteiner Wochenanzeiger
(www.swa-wwa.de)
Die Suche nach Investoren startet.
Alle Beteiligten ziehen bei der Vermarktung
der bald leer stehenden Siegerlandkaserne an
einem Strang.
Burbach
Lange dauert es nicht mehr bis die letzten
Bundeswehrsoldaten die Kaserne auf der Lipper
Höhe verlassen. Mitte 2005 soll das rund
30 Hektar große Gelände – je
15 Hektar entfallen auf die Kaserne bzw. die
HAWK-Stellung – endgültig
geräumt werden.
Doch dann kann man es nicht sich selbst
überlassen. Die Planungen für die
Zeit danach laufen spätestens seit dieser
Woche auch offiziell auf Hochtouren.
Schließlich unterzeichneten Burbachs
Bürgermeister Christoph Ewers und Dr.
Klaus Büttner von der
„g.e.b.b.“ zusammen mit Landrat
Paul Breuer und dem Bundestagsabgeordneten
Willi Brase eine gemeinsame
Absichtserklärung. Sie haben bereits im
Jahr 2003 einen so genannten Lenkungsausschuss
gegründet, um das bestmögliche
für das Areal zu erreichen. Dass die
Zusammenarbeit so gut klappe, wie im Falle von
Burbach, sei nicht alltäglich, berichtete
Büttner aus seinem Alltag. In Burbach
hätten von Beginn alle an einem Strang
gezogen. Dies sei ungeheuer wichtig.
Hinter dem kryptischen Namen
„g.e.b.b.“ verbirgt sich
übrigens die Gesellschaft für
Entwicklung, Beschaffung und Betrieb, die sich
als hundertprozentige Tochter des
Bundesverteidigungsministeriums
ausschließlich um Hinterlassenschaften
der Bundeswehr kümmert. „Wir sind
aber keine Behörde, sondern ein
Unternehmen“, unterstrich Dr.
Büttner und brachte damit zum Ausdruck,
dass man gewillt sei, alle Möglichkeiten,
die für die Lipper Höhe in Betracht
kommen, abzuklopfen.
Zunächst soll nun eine Bestandsaufnahme
in Auftrag gegeben werden, denn erst einmal
streben alle Beteiligten an, die vorhandenen
Gebäude einer weiteren Nutzung
zuzuführen. Das macht vor allem vor dem
Hintergrund Sinn, dass ein Teil der Bebauung
erst 1996 auf den neuesten Stand gebracht
wurde. „Wir stehen am Anfang eines
Prozesses“, gab Büttner jedoch zu
bedenken: „Nun bereits
Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen,
wäre rein spekulativ.“ Dass die
räumliche Nähe zum
Siegerlandflughafen oder das interkommunale
Gewerbegebiet, das sich sogar über zwei
Bundesländer erstreckt, einmal zu einem
Lösungsansatz beitragen könnten, ist
indes kein Geheimnis.
„Uns liegt sehr daran, dass wir neue
Gewerbegebiete auf den Weg bringen. Ich halte
eine vernünftige Vorratspolitik für
durchaus sinnvoll, um den absehbaren Bedarf
abzudecken“, gab Willi Brase Einblick in
seine Gedanken. „Dies ist ein gutes
Beispiel dafür, dass Parteigrenzen keine
Rolle spielen, wenn es um die Entwicklung der
Region geht“, freute sich
Bürgermeister Christoph Ewers über
die Einigkeit.
Dies macht Sinn, schließlich könnte
die „g.e.b.b.“ auch anders, wenn
man sich – wie an anderen Standorten
geschehen – gegenseitig Steine in den Weg
legt. Büttner: „Unser Interesse ist
es eigentlich, den Standort so zu vermarkten,
dass Geld in die Kassen kommt. Es ist aber auch
unsere Strategie, die Interessen der Kommune zu
berücksichtigen.“ Büttner
weiß, wovon er redet.
Immerhin war er Oberbürgermeister der
Stadt Weimar. Diesen Tatbestand unterstrich
auch Paul Breuer, der nach eigenem Bekunden der
„g.e.b.b.“ auch schon mal negativ
gegenüber steht: „Als ich
hörte, dass Dr. Büttner mit von der
Partie ist, hatte ich keine Bedenken mehr. Er
kann anpacken – das weiß
ich!“ Es bleibt zu hoffen, dass die
„g.e.b.b.“ hält, was alle
Beteiligten versprechen – und das
innerhalb eines akzeptablen Zeitraumes.
Schließlich werden schon bald neue leere
Kasernen auf den Markt gespült, die
ebenfalls um die Gunst von Investoren buhlen
werden. Das Verteidigungsministerium will
nämlich weitere Objekte schließen.
JaK
17. Dezember 2004
Das Flugabwehrraketengeschwader 4 wird vom
Einsatzauftrag der integrierten NATO –
Luftverteidigung entbunden. Nach der
Ministerentscheidung vom 21.05.2003 und der
daraus abgeleiteten Neustrukturierung der
Luftwaffe wird auch das
Flugabwehrraketengeschwader 4
aufgelöst.
Konkret bedeutet dies, dass zum Jahreswechsel
das Flugabwehrraketengeschwader 4 und die
Flugabwehrraketengruppe 14 von ihrem
Einsatzauftrag entbunden werden und nachfolgend
in den Prozess der Auflösung bis Mitte
2005 gehen.
Gleichzeitig wird die Flugabwehrraketengruppe
21 aus Möhnesee und Bad Arolsen zum
Flugabwehrraketengeschwader 2 in
Mecklenburg-Vorpommern wechseln und die
Flugabwehrraketengruppe 25 wird dem
Flugabwehrraketengeschwader 1 in
Schleswig-Holstein unterstellt.
Mit Genehmigung des Siegerland-Kurier
08.05.2005.
Big Brother im Bunker schon bald in Burbach?
Burbach. (tip)
Wird die nächste Staffel von Big Brother
in der heimischen Region gedreht? Nach
Informationen des SIEGERLANDKURIER hat die
Produktionsgesellschaft „Endemol"
Interesse am Gelände der ehemaligen
Siegerlandkaseme in Burbach. Das Unternehmen
war bereits zu einer Besichtigung auf der
„Lipper Höhe" zu Gast. Dabei handelt
es sich offenbar um ein Konzept der
„Zwischennutzung". Die Liegenschaften
würden für einen gewissen Zeitraum
angemietet. Die Erträge kämen der
für die Vermarktung der Fläche
zuständigen „Gesellschaft für
Entwicklung, Beschaffung und Betrieb"
(g.e.b.b.) des Bundesverteidigungsministeriums
zu.
Die g.e.b.b. bestätigte auf Nachfrage des
Siegerlandkurier das Interesse der Kölner
Produktionsfirma. „Unser für den
Standort Burbach zuständige Projektleiter
hat mit Vertretern von Endemol das Gelände
besichtigt. Was nun daraus wird, steht
allerdings noch in den Sternen", sagte
Unternehmenssprecher Lothar Lewien. „Es
wäre schön, wenn es klappen
würde." Allerdings sei Endemol nicht der
einzige Interessent für die Kaserne, die
am 30. Juni ihre Pforten schließen
wird.
Auch Thomas Leyener von der Gemeinde Burbach
ist über die Entwicklung im Bilde.
Gleichzeitig macht er klar, dass die Kommune
nur ein bedingtes Mitspracherecht bei der
künftigen Nutzung des
Kasernengeländes habe.
Bei unseriösem Kontakt
einschalten
Schließlich sei die g.e.b.b. damit
beauftragt, die Liegenschaften
treuhänderisch zu verwalten. „Wir
würden aber einschreiten, wenn dubiose
Firmen ihr Interesse bekunden würden.
Allerdings haben wir im Falle von Endemol den
Eindruck, dass es sich um einen seriösen
Kontakt handelt", so Leyener.
Burbach kommt für uns als
Produktionsstandort in Frage", bekräftigt
Christina Diehl von der Pressestelle Endemols
in Köln das nachhaltige Interesse an den
Liegenschaften. In welcher Form dort Sendungen
produziert werden sollen und wann eine
endgültige Entscheidung fallen
könnte, darüber wurde keine Auskunft
erteilt. Endemol hat seinen hohen
Bekanntheitsgrad in erster Linie durch die
TV-Serie „Big Brother" erlangt. Aber auch
„Wer wird Millionär?", „Nur
die Liebe zählt" oder „Notruf"
zählen zu den Produktionen der Kölner
Fernsehmacher.
Erst kürzlich waren sie übrigens in
Burbach für Dreharbeiten vor Ort. Für
die Serie „Notruf" wurde entlang der B54
ein Unfall nachgestellt (der SiEGERLANDKUiRlER
berichtete)
Zusatz (B.Drexler)
Zu diesem Bericht sollte noch eine schöne
Fotomontage erstellt werden. Aber sehen Sie
selbst was ENDEMOL mit denen macht, die Logos
oder Bilder von Produktionen auf Internetseiten
benutzen.
Die Abmahnungspraktiken der Firma
Endemol
von Ernst Corinth 28.04.2000
Big Brother schlägt jetzt auch im
Internet zu Wenn es ums Geld geht, hört
auch bei Big Brother der Spaß schnell
auf. Zahlreiche Betreiber sogenannter Fanseiten
der RTL 2-"Big-Brother"-Container-Show haben
nämlich in den letzten Tagen - nach einem
Bericht von Spiegel Online - deftige
Abmahnungsschreiben erhalten, weil sie auf
ihren Netzseiten Bilder oder das Logo der Show
veröffentlicht haben. Dabei wird der
Streitwert von der Firma Endemol, die die
Rechte an "Big Brother" (BB) besitzt, gleich so
hoch angesetzt, dass allein schon die vom
Abgemahnten zu zahlenden Anwaltskosten die
10.000 Mark Grenze überschreiten. Wie
Endemol vorgeht, beschreibt die Betreiberin
einer dieser Fan-Seiten. Um die Website "mit
Leben zu füllen, wurde von uns eine
Startseite erstellt. Inhalt: ein BB Logo, ein
Bild von Zlatko, ein Counter und eine
eMailadresse. Vier Tage später wurde dann
von einer von Endemol bevollmächtigten
Anwaltskanzlei ein Abmahnschreiben zugestellt -
nein, ich korrigiere: ein DIN A 4 Briefumschlag
mit 3 Abmahnschreiben. (...) eins wegen der
unrechtmäßigen Verwendung der Domain
(Streitwert 200.000DM), eins wegen der
widerrechtlichen Benutzung des BB Logos
(Streitwert 300000DM) und wegen der illegalen
Nutzung eines Bildes des Herrn Trpkovski, da
alle Rechte an der Verwendung der Namen, des
Bildnisses etc. bei Endemol liegen. Die
Vertragsstrafe wurde auf 10010,-DM festgesetzt
(natürlich mal 3= 30030,-DM). Um diese
Vertragsstrafe zu vermeiden, muss eine
Unterlassungserklärung abgegeben werden."
Und damit verbunden ist die Zahlung von 10.000
DM für die Endemol-Anwälte, deren
Honorar auf dem Streitwert basiert, in diesem
Fall 700.000 DM. Dass dies beileibe kein
Einzelfall ist, zeigt ein Blick beispielsweise
in das Netzforum www.bigbrother-online.de. Und
bei der Häufung der Fälle liegt der
Verdacht nahe, dass Endemol inzwischen sogar
systematisch nach solchen Fanseiten suchen
lässt. Rainer Laux, der Produzent der
Sendung, erklärte dazu recht lapidar
gegenüber "Spiegel Online": "Es ist nun
mal so, dass Endemol alle Rechte hat." Was
natürlich stimmt, allerdings ist es doch
verblüffend, wie unsouverän sich das
holländische Medienunternehmen
verhält. Schließlich waren es doch
gerade die zahlreichen Fanseiten, die der
TV-Show im Netz so viel zusätzliche
Popularität verschafften, dass "Big
Brother" zu dem derzeit wohl meist diskutierten
Thema im deutschsprachigen Internet geworden
ist. - Damit soll also nun Schluss sein. Denn
wenn es ums Geld geht, hört bei Endemol
eben der Spaß auf und die sonst so gern
umschmeichelten BB-Fans sind dem Unternehmen
völlig egal oder - schlimmer noch - sollen
als zusätzliche Einnahmequelle herhalten.
Auch die Betreiberin der oben erwähnten
Seite versteht die "Big Brother"-Welt nicht
mehr: "Wenn die mich angeschrieben hätten,
dass ich die Fotos von der Seite nehmen soll,
wäre das doch kein Problem gewesen."
Außerdem habe sie sofort nach Erhalt das
inkriminierte Material und ihre Fanseite aus
dem Netz genommen. Inzwischen hat die junge
Frau Kontakt aufgenommen mit der Initiative
Freedom for Links, die sich schon seit
längerem mit vergleichbaren
Abmahnungspraktiken im Internet
herumschlägt. Und im Netz wird inzwischen
in den diversen BB-Foren der Aufstand gegen
Endemol geprobt. So heißt es
beispielsweise auf einer Netzseite: "Wir
fordern die Firma auf, diese Abmahnungen
zurückzuziehen und sich gütlich mit
den Abgemahnten zu einigen. Solange nichts in
dieser Hinsicht geschieht, würden auch wir
uns freuen, wenn die Fernsehsendung Big Brother
und der Besuch der Big Brother Internetseite
gemieden wird."